Auswanderer  der   Familie   GILCHER  von  Essweiler   im   19.Jahrhundert

- aus der Gilcher-Familienforschung von  Friedrich Hüttenberger, Kaiserslautern

 

1. Johannes Gilcher geb.1805, Sohn von Heinrich G. u. Margarethe Armbrüster, ständig beurlaubter Soldat und Schuhmacher,  1827 „heimlich“ nach Brasilien.Verheiratet 1829 mit Margaretha Weinmann aus Elzweiler(geb.1808), in 2.Ehe mit Margaretha Bauermann. 13 Kinder. Die zahlreichen Nachkommen  im Großraum São Paulo schreiben sich heute Guilger. (Familienkennziffer: 2.2.3.7.2.5 ; = Johannes war das 5.Kind in seiner Familie, Heinrich das 2., dessen Vater das 7. usw.)

Siehe dazu den Aufsatz über die Westricher Brasilienauswanderung 1827 im Internet unter:

 http://www.huettenberger.homepage.t-online.de/1827.htm

Dort sind viele weitere Auswanderer von 1827 aus Essweiler und Umgebung benannt.

 

2. Peter Gilcher’s IV (1778 – 18148) Witwe Susanne Koch geb. 1783, wanderte 1848 „heimlich“ nach Sandusky, OH, USA aus. Nach dem Tod ihres Mannes folgte sie ihrem Sohn Peter Gilcher nach Ohio und starb in Sandusky. (2.2.3.7.6.)

 

3. Peter Gilcher (1812 – 1877), Sohn von Peter G. IV und Susanne Koch, Zimmermann, ging im Frühjahr 1833 nach Sandusky, Ohio, USA und wurde dort ein erfolgreicher Bauholzhändler. Hatte 12 Kinder. Nachkommen noch heute in Sandusky.(2.2.3.7.6.4)

 

Ein Cousin von ihm, Leineweber Jakob Gilcher(1805-1875), dessen Vater Johannes von Essweiler nach Oberweiler geheiratet hatte, war 1833 nach Shiloh, OH., USA ausgewandert. Verheiratet mit Philippina Dick.  Bruder Peter Gilcher(1800-1871), verheiratet mit Margarethe Dick, ebenfalls Leineweber ging nach Jefferson, OH (2.2.3.7.4.1).  Die zahlreichen Nachkommen dieser beiden Brüder in USA schreiben sich jetzt Gilger. Deren Schwester, Elisabeth Gilcher(geb.1809) verheiratet mit Peter Wenz aus Essweiler wanderte nach Pennsylvania aus.

 

4. Heinrich Gilcher (1804 – 1889), Sohn von Peter G. IV und Susanne Koch, Zimmermann und Schmied, verheiratet 1832 mit Elisabeth Fickeisen, ging ebenfalls 1833 nach Ohio, USA, betrieb in Canal Fulton,OH, das Holzhandelsgeschäft „Lumber Yard Henry Gilcher & son“. (2.2.3.7.6.1)

 

5. Margarethe Gilcher (geb. 1807), Tochter von Peter G. IV und Susanne Koch, verheiratet 1830 mit Daniel Samsel, wanderte 1854 nach Sandusky, OH, USA aus. (2.2.3.7.6.2)

 

6. Elisabeth Gilcher, (1824 – 1890), Tochter von Peter G. IV und Susanne Koch, verheiratet mit Hans Schmidt, ging wie 3 ihrer 4 lebenden Geschwister  ebenfalls nach Sandusky (nach 1838, vor 1853). (2.2.3.7.6.8)

 

7. Heinrich Gilcher (geb. 1775), Küfer, Sohn von Johannes Gülcher und  Katharina Martin, verheiratet 1797 mit Margarethe Kilian aus Bosenbach, ging 1827 „heimlich“ nach Brasilien mit seinen lebenden Kindern Jakob (1805), Philipp (1811) und Margarethe (1814). Er wollte sich in Santo Amaro ansiedeln, gehörte aber zu den  Pfälzer„Rebellen“, die gegen die schlechte Qualität des zugeteilten Landes protestierten und zog weiter nach Ipanema, wo eine Eisenhütte Arbeit bot. (2.2.7.4.3)

 

8. Charlotta Gilcher (geb 1798), Tochter von Heinrich G. und Margarethe Kilian, verheiratet 1817 mit  Witwer Johannes Pfeiffer, Leineweber aus Essweiler, wanderte mit ihren 3 Kindern Jakob, Daniel und Margarethe „heimlich“ nach Brasilien aus, war auf dem Unglücksschiff „Helena Maria“, das am 12.1.1828 im Ärmelkanal in einen Orkan geriet,  als Wrack gefunden und nach Falmouth geschleppt wurde, wo die Auswanderer als mittellose Schiffbrüchige ein Jahr lang festsaßen. Charlotta Gilcher war 1829  die erste protestantische  Frau, die in Santo Amaro in der katholischen Kirche ein Kind  taufen ließ. Pfeiffer protestierte vehement gegen das zugeteilte Land und zog weiter nach Ipanema zur Eisenhütte. Die Familie lebte dann in Sorocaba. (2.2.7.4.3.1)

 

9. Peter Jakob Gilcher (1819 – 1882), Sohn von Johannes G. „dem jungen“, Küfer, und Elisabeth Samsel, verheiratet 1843 mit Charlotte Junkmann, älterer Bruder von Meister Michael Gilcher war ebenfalls Musikant und begab sich am 31.8.1877 nach Louisville, Ky, USA. Seine Frau starb dort, er aber kehrte ein Jahr vor seinem Tod  nach Essweiler zurück. (2.2.7.4.5.11)

 

10. Jakob Gilcher (1843 – 1874), Sohn von Peter Jakob G. und Charlotte Junkmann, verheiratet 1869 mit Philippina Arendt, war wie der Vater Musiker, starb 1874 in New York. Sein Sohn Jakob Gilcher (geb. 1867) war Steinbruchbesitzer in Essweiler. (2.2.7.4.5.11.1)

 

11. Wilhelm Gilcher (geb. 1848) , Sohn von Peter Jakob G. und Charlotte Junkmann, verheiratet mit Elisabeth Neuert, war Musiker und Farmer, wanderte bereits mit 16 Jahren nach USA aus, lebte in Louisville, Ky, wohin ihm seine Eltern 1877 folgten. Seine Kinder, in den 1870-er Jahren geboren, lebten später ebenso wie ihr Vater in  Kalifornien. (2.2.7.4.5.11.3)

 

12. Michael Gilcher (1822-1899), 13. und jüngstes Kind von Johannes G. „dem jungen“ und Elisabeth Samsel, verheiratet 1850 mit Elisabeth Wirth von Rothselberg, war kein eigentlicher Auswanderer, sondern als Wandermusikant, ein Wanderer zwischen zwei Welten: vom 16.4.1873 bis 1880 lebte er  in Boston, MA.,USA, 1880-84 in Essweiler, 1884-1889 wieder in Boston und in den letzten Jahren seines Lebens wieder in Essweiler, wo er dann Bürgermeister war. Von seinen 8 Kindern blieben 6 in Amerika, nur der älteste Sohn Adam und die älteste Tochter Philippina blieben in Essweiler. (2.2.7.4.5.13)

 

13. Johannes Gilcher (1850-1924), Sohn von Michael Gilcher und Elisabeth Wirth, Klarinettist, wanderte 1871 nach USA aus, lebte in Boston, MA., verheiratet mit Karolina Krieger, 5 Kinder. (2.2.7.4.5.13.2)

 

14. Jakob Gilcher (1852-1880), Sohn von Michael Gilcher und Elisabeth Wirth, Flötist, wanderte 1873 „heimlich“ nach USA aus, lebte in Boston, MA., verheiratet mit Karolina Koch. Starb sehr jung an Tuberkulose. (2.2.7.4.5.13.3)

 

15. Carolina Gilcher (1858 – 1925), Tochter von Michael Gilcher und Elisabeth Wirth, verheiratet mit dem Violinist und Pianist Jakob Dick aus Wolfstein(1853-1916), wanderte 1877 aus, Jacob Dick schon 1873, lebten in Massachussetts. 10 Kinder.  (2.2.7.4.5.13.5)

 

16. Adolph Gilcher (1859 – 1950), ), Sohn von Michael Gilcher und Elisabeth Wirth, Violinist, wanderte am 22.2.1873 nach USA aus, Ankunft am 16.4.1873 in New York, lebte in Roxbury, MA., verheiratet mit Frances Umbrecht, 2 Kinder. (2.2.7.4.5.13.6)

 

17. Wilhelmine Gilcher (1866 – 1940), Tochter von Michael Gilcher und Elisabeth Wirth, wanderte 1883 nach USA aus, verheiratet 1890 mit Johannes Weichel (1866-1942) , Musiker, Orgelspieler, ausgewandert 1889, lebten in Boston , MA. USA. 3 Töchter. (2.2.7.4.5.13.7)

 

18. August Gilcher (1868 – 1946), ), Sohn von Michael Gilcher und Elisabeth Wirth, Violinist, wanderte 1877 nach USA aus,  lebte in Roslindale, MA., verheiratet 1892 mit Elisabeth Schuff (1872-1955), 4 Kinder. (2.2.7.4.5.13.6)

 

Auswanderer des in Essweiler wohnenden Horschbacher Gilcher-Zweigs.

 

Die Essweilerer Familie Gilcher wurde früher Gülcher geschrieben, was der Herkunft des Namens aus Jülich noch näher stand (Jülicher = Gülicher = Gülcher). Sie kam zwischen 1707 und 1709 nach Essweiler, nämlich als Johann Sebastian Gülcher dort seinen Wohnsitz nahm. Er war 1674noch in Horschbach, dem Dorf seines Großvaters Nickel Gülcher  geboren, hatte 1696in Nerzweiler, dem Dorf seines Vaters Michael Gülcher  geheiratet, wohnte dann einige Jahre in Hundheim, dem Dorf seiner Frau Catharina Jung. Ab 1709 wird er als Einwohner von Essweiler im Kirchenbuch geführt. Er hatte 5 Söhne und die meisten Gilcher-Familien in Essweiler gehen auf ihn zurück. (Familienkennziffer 2.2.)

 

Es gab aber auch eine Zuwanderung vom Horschbacher Gilcher-Zweig, als 1805 der Horschbacher Adam Gilcher (1775 – 1848) seine zweimal verwitwete Verwandte Margarethe Gilcher (1780-1836; Geschwisterururenkel) heiratete, die kleine Kinder aus ihren kurzen vorherigen Ehen zu versorgen hatte. (1.3.11.6.1  /  2.2.2.9.4)

Ein Enkel dieses Adam Gilcher war Johannes Gilcher III., geboren 1857, (1.3.11.6.1.2.9) Musikant von Beruf. Er wanderte im Alter von 22 Jahren (am 26.5.1880) nach Amerika aus, wie aus einem Notariatsakt hervorgeht, heiratete 1884 in Kentucky eine deutsche Frau (Elisabeth Hoffmann), arbeitete als Farmer, später in einem Versicherungsbüro in Jefferson, Mercer County, Ohio. Die Ehe blieb ohne Kinder.

 

Ein Bruder dieses Johannes war Adam Gilcher IV, geboren 1839, ebenfalls Wandermusikant, der zuerst mit Elisabeth Schütz, dann mit Margarethe Hahn verheiratet war und 8 Kinder hatte, das letzte 1887 geboren.  Er wanderte zwar nicht aus, kehrte aber  eines Tages von einer Reise nicht mehr zurück und gilt bis heute als verschollen.

 

Sein Sohn erster Jacob Gilcher , geboren 1865 (1.3.11.6.1.2.2.1), wanderte 1889 – im Alter von 23 Jahren – aus, und zwar ging er dorthin, wo sein Onkel Johannes schon lebte: nach Ohio, in den Mercer County. In Celina fand er eine Stelle als Verkäufer. Seine Söhne lebten in Celina (Herbert) und in Dayton, Ohio (Ernest und John).